Paal | Radke
Paal, Boris P.; Radtke, Tristan: Training eines Sprachmodells in der Justiz. Urheberrechtliche und datenschutzrechtliche Anforderungen; 1. Auflage, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2026, 204 S., ISBN 978-3-7560-2041-6, 69,00 Euro
In diesem Buch wird ein tatsächlich wichtiges Thema aufgeworfen. Die Autoren, beide stammen aus der Wissenschaft, schreiben über die Anforderungen, die das Datenschutzrecht und das Urheberrecht beim Training von LLMs in der Justiz stellt und wie künstliche Intelligenz in der Justiz praktisch angewendet werden kann. Schließlich geht es um hohe Anforderungen an Sicherheit und Vertraulichkeit, strenge Zugriffskontrollen und transparente Dokumentation. Es werden konkrete Anwendungsbeispiele genannt, die im Rahmen des Projektes „Generatives Sprachmodell in der Justiz (SGJ)“ wissenschaftlich und praktisch erprobt werden. Auf dieses Projekt, in dem mit einem konkret auf die Justiz abgestimmten Modell gearbeitet wird, wird auch immer wieder Bezug genommen.
Zum Inhalt! Wie bereits gesagt, setzt das Buch auf das GSJ-Projekt an. Nach einer Einleitung, in der die Fragestellungen präsentiert und in einer Executive Summary beantwortet werden, folgt im vierten Abschnitt die umfassende datenschutzrechtliche Bewertung mit tief gegliederten Punkten mit den DSGVO-Prinzipien. Diese beginnt mit dem Vorgang der Anonymisierung, in dem Personenbezug und Identifizierbarkeit behandelt werden, bevor die Autoren einen Überblick über Anonymisierungsverfahren und deren Anforderungen darstellen. Anschließend folgt die Diskussion über die Maßstäbe zur Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen, deren (Teil-)Anonymisierung und die Anwendbarkeit des Datenschutzrechts auf das Sprachmodell. Nach dem Kapitel zur Ableitung von datenschutzrechtlichen Handlungsempfehlungenführen die Autoren auch die Anforderungen an das Urheberrecht bei der Verwendung von Aktenauszügen zu Trainingszwecken.
Wie bei Nomos zu erwarten, präsentiert sich das Fachbuch als recht anspruchsvoll und wendet sich vornehmlich an Juristinnen und Juristen, Fachleute in Ministerien, Legal/Tech-Spezialisten und natürlich auch Datenschutzaufsichten. Vorwissen sollte vorhanden sein. Praktiker können erfahren, wie ein eigenes LLM-Projekt als Assistenz für die Praxis entwickelt wird und wie Datenschutz und Urheberrecht für einen rechtskonformen Einsatz eingehalten werden können.