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Garling, Sophie; Niemann, Annika; Roßmann, Yvonne: Generative KI in der Rechtsberatung. Erkenntnisse zur Anwendung von Large Language Models
Deutscher Anwaltverlag, Bonn 2026, 369 S., ISBN 978-3-8240-1780-5, 79,00 Euro
(hdn) Der Einsatz Künstlicher Intelligenz hat die Arbeitswelt vielerorts drastisch verändert und wird sie zukünftig auch weiterhin verändern. Wie diese Veränderungen sich in der Arbeitswelt der Juristen auswirken und wie Künstliche Intelligenz, konkret Generative KI, sicherer angewendet werden kann, haben Autorinnen und Autoren einer Anwaltskanzlei herausgearbeitet und in diesem Werk veröffentlicht. Zielgruppe sind dem zufolge vornehmlich Juristen, Kanzleien und Legal-Tech-Interessierte.
Inhaltlich ist das Buch in drei Kapitel (Paragraphen) gegliedert. Im ersten werden Begriffe erläutert, die Entwicklung dargestellt und die Funktionsweise von Künstlicher Intelligenz deutlich gemacht. Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz vom Status, als KI noch nicht so hieß, über den Turing-Test 1950, den ersten Chatbot Eliza, Expertensysteme, Deep Blue und Siri bis hin zu ChatGPT im Jahre 2022 wird verständlich vorgestellt. Sie legen dar, wie Daten, Technik und Menschen abgefälschte Antworten beim Aufrufen der Prompte herbeiführen können und wie dies eingedämmt werden kann.
Die offensichtlich profunden Erfahrungen der Autorinnen und Autoren entstanden wurden aus einer größeren Anzahl von Tests mit verschiedenen KI-Modellen und den erzielten Resultaten gewonnen. Zudem greifen sie auf vertiefende Literatur zurück. So berichten die Juristen auch über die Erkenntnisse Dritter, um fundierte Einblicke in den praktischen Einsatz von LLMs in der Rechtsberatung zu geben. In der Konsequenz können sie zum Beispiel wertvolle Hilfestellungen für das Prompten und den risikomindernden Einsatz von KI-Modellen nachweisen.
Das zweite Kapitel heisst „LLMs im juristischen Einsatz“ und beschäftigt sich mit der Entstehung von Fehlern und deren Vermeidung. Empfehlungen für den professionellen Einsatz bei Juristen sowie Hinweise zum Training und „Feinschliff“ runden das Kapitel ab.
Der letzte Abschnitt widmet sich dem juristischen Einsatz von KI. Da KI nicht für sich steht, sondern im Zusammenhang auch mit anderen Normen gesehen werden muss, wurde auch auf diese Thematik eingegangen. Neben der DSGVO-Compliance wird generell auf essentielle vertragliche Regelungen hingewiesen. Dieser Abschnitt hat einen eigenen Anhang, bestehend aus einem Beispiel-Prompt, Praxis-Tipps fürs Prompting, Checklisten mit Betreiberpflichten, Vertrag zur Auftragsverarbeitung für OpenAI, Muster für eine technische Dokumentation sowie eine Übersicht über aktuelle Streitfragen und deren rechtlichen Umgang.
Ein Glossar rundet das Werk ab. Da alle fundierten Einblicke sehr gut verständlich und immer auf die juristische Arbeit bezogen sind, sollte dieses Buch tatsächlich in keiner Kanzlei fehlen, in der Verarbeitungen mittels Künstlicher Intelligenz stattfinden.